Schulcomputer: Streit um Kosten

Kabinett vertagt Entscheidung

Über die künftige Computerausstattung der Schulen in Baden-Württemberg ist eine neue politische Kontroverse entbrannt.

Die Grünen forderten am Dienstag vom Land massive finanzielle Unterstützung für den flächendeckenden Multimediaeinsatz an den Schulen. Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU) wandte ein, eine höhere Beteiligung an den Kosten für die Computerausstattung würde den Etat sprengen. Dagegen mahnte der Chef der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU, Andreas Renner, ohne Mitfinanzierung durch das Land sei die von der Regierung angestrebte Multimedia-Ausstattung nicht realistisch.

Die Landesregierung will sich mit dem Start einer neuen Medienoffensive an Baden-Württembergs Schulen Zeit lassen, bis alle Finanzierungsfragen geklärt sind. Der Ministerrat hat die Beratung über ein Konzept von Kultusministerin Annette Schavan am Dienstag verschoben. Man wolle abwarten, so ein Sprecher des Kultusministeriums, bis der Gesamtkomplex der Schulfinanzierung mit den Kommunen abgeklärt ist. Dazu soll es demnächst ein Spitzengespräch geben. Schavans Konzept sieht vor, für die Umsetzung der Medienoffensive 56,6 Millionen Mark aus Mitteln der Landesstiftung einzusetzen.

Die Kultusministerin sagte gegenüber dem Südwestrundfunk, es sei nicht Sache des Landes, Geräte anzuschaffen. Die Kommunen als Schulträger dürften aber auch nicht überfordert werden. Zu der vom Gemeindetag angedrohten Klage sagte die Ministerin nach Angaben des Senders, sie sei zuversichtlich, dass man zu einer vernünftigen Lösung kommen werde.


© Stuttgarter Nachrichten
Juni 2001


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